Die Parodontologie ist ein wichtiger Teil der Zahnmedizin und befasst sich damit, den Zahnhalteapparat zu behandeln. Zu diesem zählen alle Strukturen und Gewebe, die unsere Zähne im Kiefer verankern, also das Zahnfleisch, die Kollagenfasern, Wurzelhaut und -element sowie das Zahnfach im Kiefer.
Haben Sie Beschwerden oder erkennen wir Anzeichen für eine Parodontitis, können wir Ihnen neben den klassischen Behandlungsmethoden auch folgende Maßnahmen anbieten:
Bei der Entstehung der Parodontitis (Entzündung des Zahnhaltegewebes) spielen verschiedene Faktoren zusammen. Zum einen bewirken pathogene Bakterien entzündliche Reaktionen am Zahnhalteapparat. Die individuelle Genetik entscheidet darüber, wie zerstörerisch diese Entzündungsreaktionen ablaufen. Natürlich spielt auch die Mundhygiene eine wichtige Rolle: Je weniger Beläge, umso weniger Bakterien, desto geringer sind die Entzündungsfolgen!
Natürlich kann sich auch der allgemeine Gesundheits- und Belastungszustand, z.B. wegen Umweltgiften, Amalgamfüllungen oder korrodierende Zahnersatzmaterialien, negativ im Mund bemerkbar machen. Last not least muss nach lokalen Reizfaktoren wie störende Ränder und nach Überbelastung der Parodontien durch Bruxismus geschaut werden.
Da der Mund unsere Haupteintrittstelle für Bakterien ist, kann man leicht verstehen, dass es gegen Parodontitis keine einmalige, endgültige Behandlung gibt. Die (pathogenen) Keime finden immer wieder den Weg in die Mundhöhle zurück, müssen also Tag für Tag durch die Mundhygiene des Patienten, regelmäßige professionelle Zahnreinigungen und bei Bedarf durch eine Parodontalbehandlung behandelt werden.
In der Praxis überprüfen wir den Zustand des Zahnhaltegewebes regelmäßig mit einem Screeningtest (PSI), bei dem die Taschentiefe, Beläge und Blutungsneigung beurteilt werden.
In zweifelhaften Fällen kann ein Entzündungstest, der im Labor ausgewertet wird, zu Hilfe gezogen werden. Dabei wird das spezielle Entzündungsenzym a-MMP 8 bestimmt. Dabei gilt: je höher der Wert, desto akuter ist die Entzündung.
Die individuelle Genetik, d.h. die Reaktionsstärke auf Entzündungsreize, kann mittels eines Abstrichtests der Schleimhaut ermittelt werden.
Wird bei den Untersuchungen eine Parodontitis diagnostiziert, muss zunächst eine „Professionelle Zahnreinigung“ gemacht werden. Bei Fällen mit viel Zahnbelag sind manchmal auch zwei "Professionelle Zahnreinigungen" innerhalb weniger Tage/Wochen als Vorbehandlung notwendig. Ganz allgemein sind regelmäßige Zahnreinigungen ein zwingendes therapeutisches Muss für Menschen, die zu Zahnfleischentzündungen neigen!
Es folgt der Parodontalstatus, wobei festgestellt wird, welche Zähne tatsächlich behandlungsbedürftig sind. An den vier tiefsten Zahntaschen wird mittels steriler Papierspitzen ein Keimtest durchgeführt. Dabei werden im Labor nicht nur die typischen Parodontalproblemkeime, sondern alle angehende Keime und Pilze bestimmt (= Superinfektion). Zusätzlich zum routinemäßig angefertigten Antibiogramm werden neun verschiedene Öle gegen die gefundenen Keime getestet (Aromatogramm). Aus den vier am besten wirkenden Ölen lassen wir ein Ölgel zur Nachbehandlung herstellen. Außerdem erhalten wir einen Hinweis, ob nützliche, erwünschte Bakterien im Mund ausreichend vorhanden sind (sog. Standortflora).
Die eigentliche Behandlung umfasst mehrere Abschnitte:
Professionelle Zahnreinigung, Keimtest, Emundo- und Taschenlaserbehandlung, Gentest der Entzündlichkeit sowie der Entzündungshemmtest sind Privatleistungen, werden oft auch von der PKV nicht übernommen. Gerne erläutern wir Ihnen in der Praxis die einzelnen Behandlungsoptionen, beantworten Ihre Fragen und erstellen Ihnen einen Heil- und Kostenplan.
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